Steuerliche Absetzbarkeit von Handwerkerrechnungen

Privatkunden dürfen ab 01.01.2006 Rechnungen über Renovierungsarbeiten beim Fiskus einreichen und können bis zu 600 Euro Steuern sparen.

Privatkunden, die von einem Handwerker ein neues Parkett verlegen lassen, ihre Heizung modernisieren, oder das Bad renovieren lassen, können seit diesem Jahr die Rechnungen sammeln und dann mit ihrer Steuererklärung einreichen. Um bis zu 600 Euro im Jahr können sie die Einkommenssteuer reduzieren. Mieter oder Eigentümer, das ist dem Fiskus egal. Hauptsache, der Auftraggeber wohnt selbst in der Wohnung.

Damit dieser Steuerbonus beansprucht werden kann, wird eine vom Handwerksbetrieb ausgestellte Rechnung benötigt, in der die Mehrwertsteuer ausgewiesen wird. Und wichtig ist, dass die Arbeitskosten als separater Betrag ausgewiesen sind, da nur die Arbeitskosten, jedoch nicht die Kosten für Material wie Laminat, Farben oder Rohre abgesetzt werden können.

So sieht das Gesetzesvorhaben aus: Der Kunde darf bis zu 3.000 Euro im Jahr an Arbeitskosten für Renovierungs- oder Instandhaltungsarbeiten an Haus und Wohnung beim Finanzamt einreichen. Davon werden 20 Prozent von der Steuerschuld abgezogen, also maximal 600 Euro.
Ein Beispiel: Ein Fliesenleger kachelt das Badezimmer und stellt eine Rechnung über 2.000 Euro plus 16 Prozent Mehrwertsteuer (320 Euro). Das Material kostet 500 Euro, die Arbeitskosten 1.500 Euro. Der Steuerbonus berechnet sich dann so: 1.500 Euro plus 16 Prozent Mehrwertsteuer (240 Euro) gleich 1.740 Euro mal 20 Prozent Förderung macht 348 Euro Steuerbonus.

Ebenfalls wichtig: Kunden müssen den Rechnungsbetrag auf das Konto des Handwerksbetriebs überweisen und dem Finanzamt einen Nachweis bringen. Das kann der Bankbeleg für die Überweisung oder ein Kontoauszug sein. Barzahlung ist also nicht möglich, wenn der Kunde die Rechnung beim Fiskus einreichen will. Und die Leistungen und Zahlungen, die er absetzen will, müssen nach dem 31. Dezember 2005 erbracht worden sein.





Quelle: Deutsches Handwerksblatt, Ausgabe der Handwerkskammer Düsseldorf
Jahrgang 58 - Nr. 3 ISSN 1435-3822 vom 02. Februar 2006



Verdoppelter Steuerbonus ab Januar 2009

Ab 1. Januar 2009 gilt doppelter Steuerbonus für Handwerksleistungen

Der seit 2006 geltende Steuerbonus von bis zu 600 Euro (= 20 Prozent von 3.000 Euro) pro Jahr wurde für Leistungen, die nach dem 31. Dezember 2008 erbracht werden, auf 20 Prozent der Aufwendungen, höchstens 1.200 Euro verdoppelt. Damit sind bis zu 6.000 Euro Arbeitskosten (einschließlich Umsatzsteuer) begünstigt.

Ein Beispiel: Das Badezimmer muss neu gefliest werden. Die Rechnung des Handwerkers beträgt 2.500 Euro zuzüglich Umsatzsteuer. Auf Materialkosten entfallen 1.000 Euro, auf Arbeitskosten 1.500 Euro. Da nur die Arbeitskosten zuzüglich der Umsatzsteuer begünstigt sind, beträgt der Steuerbonus 357 Euro (1.500 Euro + 285 Euro Umsatzsteuer, davon 20 Prozent Förderung = 357 Euro).

Quelle: Bundesministerium der Finanzen




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