Verordnung zur Enereinsparung in Gebäuden = EnEV

In der neuen EnEV wird die bisherige Wärmeschutzverordnung von 1995 (WSVO-95) und die Heizungsanlagenverordnung von 1994 (HeizAnlV-94) zusammengefasst und abgelöst. Gegenüber früheren Regelungen wird erstmalig eine "ganzheitliche Bewertung" des maximalen Primärenergiebedarfs vorgenommen. Das bedeutet, dass sowohl die Wärmedämmung der Gebäude als auch die Anlagentechnik als energetische Einheit betrachtet werden. In dem Primärenergiebedarf enthalten sind auch die elektrischen Hilfsenergieen für die Anlagentechnik und der Energiebedarf für die Warmwasserbereitung. Gegenüber den bisherigen Anforderungen wird mit der EnEV der Heizenergiebedarf für Neubauten um ca. 30 % reduziert und damit das Niedrigenergiehaus zukünftig zum Standard.
Die Primärenergieausnutzung wird durch die "Anlagenaufwandszahl bewertet. Sie wird nach DIN 4701-T10 ermittelt und berücksichtigt in einer Skala von 1 bis 6 den gesamten Energiepfad quasi von der Energiequelle über den Wärmeerzeuger bis hin zu den beheizten Räumen. Je kleiner sie ist, um so effizienter ist das Heizsystem. Damit repräsentiert die Anlagenaufwandszahl den Gütegrad der eingesetzten Anlagentechnik mit der eingesetzten Energieart. Regenerative Energien werden besonders honoriert.

Gebäudebestand: Nachrüstverpflichtungen
In der Modernisierung des Gebäudebestandes und der Erneuerung der Heizungsanlage liegt das größte Potenzial der Energieeinsparung und der CO2-Minderung. Daher fordert die EnEV, dass bei: "ohnehin anstehenden Modernisierungsmaßnahmen die Möglichkeiten einer energetischen Verbesserung ausgeschöpft werden". Nach §9 müssen Standardheizkessel, die vor dem 1.10.1978 in Betrieb genommen wurden, bis Ende 2005 gegen Niedertemperatur- oder Brennwertkessel ausgetauscht werden. Wurden diese Kessel nach dem 1.11.1996 mit neuen Brennern ausgerüstet, verlängert sich die Austauschpflicht bis Ende 2008. Insgesamt rechnet man mit rund 2 Millionen alter Kessel, die ausgetauscht werden müssen.

Staatliche Förderung der Gebäude-Modernisierung
Die Bundesregierung geht von jährlich ca 250.000 bis 300.000 Wohneinheiten aus, die energetisch modernisiert werden müssen. Daher wird die "Modernisierung von Heizungsanlagen im Kombination mit dem Einsatz von Solarkollektoren" vom Bund mit direkten finanziellen Zuschüssen unterstützt. Gefördert wird der Austausch von alten Heizkesseln, die mindestens 10 Jahre alt sind und die durch Niedertemperatur- oder Brennwertkessel ersetzt werden. Für Solar-Flachkollektoren wird ein Zuschuß von 125 € pro qm Kollektorfläche gewährt und für die Erneuerung der Heizung zusätzlich ein Pauschalbetrag von 250 €.

Die Bewilligungsbehörde ist das "Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Antragsformulare und eine Checkliste zur Überprüfung der Voraussetzungen für eine Förderung sind auch über die Internetadresse www.bawi.de erhältlich.

Förderungen in der Form von zinsverbilligten Darlehen werden von der "Kreditanstalt für Wiederaufbau /KfW) gewährt. Zu dem bereits bestehenden "KfW-CO2-Gebäudesanierungsprogramm" und den "KfW-Programm zur CO2-Minderung" will die Bundesregierung 2001 ein neues CO2-Minderungsprogramm für den Altbaubereich auflegen. Geplant wind deutlich zinsverbilligte Kredite, mit denen komplette "Modernisierungspakete" gefördert werden sollen (Informationen über Internetadresse www.kfw.de

Neben den überregionalen staatlichen Förderprogrammen gibt es noch eine Vielzahl regionaler Förderprogramme wie z.B. der Länder, Kommunen und ortsansässiger Energieversorgungsunternehmen. Struktur und Laufzeit der Förderprogramme sind sehr unterschiedlich. In der Regel können direkt bezuschusste öffentliche Fördermittel nur von einer Institution in Anspruch genommen werden. Daher sollten sich Interessenten möglichst, d.h. schon in der Planungsphase, über die individuell günstigste Fördermaßnahme informieren. Auskünfte hierüber erteilen die Innen- bzw. Wirtschaftsministerien der Länder, die Kommunen und die ortsansässigen Energieversorgungsunternehmen (Stadtwerke), aber auch Banken und Sparkassen.

Solarer Energiegewinn
Mit einer optimal ausgelegten Solaranlage kann ein hoher Anteil des jährlichen Energiebedarfs für die Trinkwassererwärmung über kostenlose Solarenergie abgedeckt werden. Zusätzlich kann in der Übergangszeit die Sonnenenergie die Beheizung einzelner Räume, wie z.B. Badezimmer, unterstützen.

Im Unterschied zu dem jahreszeitlichen Heizwärmebedarf hängt der sanitäre Warmwasserbedarf nur von den Komfortbedürfnissen (Badgewohnheiten) und der Anzahl der Bewohner ab. Er ist übers Jahr weitgehend konstant und auch deutlich geringer als der Heizwärmebedarf. Aus diesem Grund eignet sich die solare Energienutzung besonders für die Trinkwassererwärmung. Die Kollektorfläche sollte so bemessen werden, dass 50 - 60 % des jährlichen Energiebedarfs für die Warmwasserbereitung von der Sonne abgedeckt wird.

In den Sommermonaten, wenn die Heizungsanlage abgeschaltet ist, kann die Warmwasserbereitung nahezu vollständig über die Sonne erfolgen. Für hocheffiziente Kollektoren reicht dafür eine Kollektorfläche von 1 - 1,5 m2 pro Person. Eine zu groß dimensionierte Kollektorfläche hätte zur Folge, dass im Sommer mehr Energie anfällt als effektiv benötigt wird. Obwohl mit einer größeren Kollektorfläche eine höhere solare Deckungsrate übers Jahr erzielt wird, verringert der Energieüberschuss im Sommer den Wirkungsgrad der Solaranlage. Bei solaren Deckungsraten zwischen 50 - 60 % ergibt sich das beste Kosten-Nutzungsverhältnis. Um Zeiten mit geringem Sonnenschein zu überbrücken, sollte der Speicher über eine ausreichende Wärmekapazität verfügen.

Brennwertnutzung
keine anderen mit Primärenergie betriebenen Kessel erzielen eine höhere Energieausnutzung als Brennwertgeräte. Dies wird an der Gegenüberstellung der Energiegewinne und -verluste eines Niedertemperatur- und eines Brennwertkessels deutlich.

Bestimmungsgemäß sollen in Brennwertkesseln möglichst hohe Wasserdampfanteile kondensieren. Daher wird die Formel für den feuerungstechnischen Wirkungsgrad bei Brennwertnutzung um den "latenten Anteil" erweitert. Weil in praktischen Anlagen nur ein Teil des Wasserdampfes kondensieren kann, wird der latente Anteil mit einem Minderungsfaktor , der "Kondensationszahl" multipliziert. Sie ist das Verhältnis des Wasseranteils, der im Kessel kondensiert, zu der Wasserdampfmenge, die bei der Verbrennung unvermeidlich ist als Reaktionsprodukt entsteht. Damit kennzeichnet die Kondensatzzahl die Effektivität der Brennwertnutzung. Je mehr Wasserdamp kondensiert, desto höher ist der zusätzliche Energiegewinn durch Brennwertnutzung. In praktischen Anlagen werden je nach Betriebsbedingungen Kondensatzahlen von 0,6 - 0,9 erreicht. Neben dem Energiegewinn durch die Kondensation des Wasserdampfes haben Brennwertkessel wesentlich geringere Abgastemperaturen und damit entsprechend deutlich niedrigere Abgasverluste. In Niedertemperaturkesseln muss, um Korrosion auf den Heizflächen zu vermeiden, die Wasserdampfkondensation unbedingt vermieden werden. Um dem entgegenzuwirken, dürfen untere Grenzwerte der Abgastemperaturen, zb. 140 - 160°C unter Volllastn, nicht unterschritten werden. In Brennwertkesseln liegen die Anforderungen genau gegenläufig. Um viel Wasserdampf zu kondensieren, werden möglichst niedrige Abgastemperaturen angestrebt. Dadurch ergeben sich zusätzlich geringe Abgasverluste.

In der Praxis haben Brennwert- gegenüber modernen Niedertemperaturkesseln einen etwa 10 % geringeren Energieverbrauch. Wird ein alter Kessel ausgetauscht, können bis zu 10-40 % Energie eingespart werden.



Download zur EnEV

PDF-Datei Beschreibung  
EnEV 2002 - Verordnung [74 KB] (32 Seiten - pdf-Format) Volltext der EnEV wie sie im Bundesgesetzblatt verkündet wurde am 21.11.2001 (Quelle: dena, Berlin)  
EnEV 2002 - Begründung [74 KB] (52 Seiten - pdf-Format) Volltext der Begründung wie sie zu der EnEV veröffentlicht wurde am 21.11.2001 (Quelle: dena, Berlin)  


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